Fechtverband Niedersachsen

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Zwei WM-Titel für niedersächsische Senioren

Karin Jansen holt WM-Gold mit den Degen-Damen (Foto: László Makranczi)
Bärbel Gorius gewinnt den WM-Titel mit dem deutschen Florett-Team (Foto: László Makranczi)

Sechs Tage dauerten die Senioren-Weltmeisterschaften 2014 im ungarischen Debrecen. Bei der perfekt organisierten Fechtveranstaltung wurden Einzel- und erstmals auch Mannschaftswettbewerbe ausgetragen. In der Gesamtwertung landete Deutschland mit vier Gold-, acht Silber- und sieben Bronzemedaillen hinter den USA (6x Gold, 3x Silber, 6x Bronze) und Italien (5x Gold, 1x Silber, 1x Bronze) auf Rang drei. Mit dabei waren auch fünf FechterInnen aus Niedersachsen.

Dass es im Sport Höhen und Tiefen gibt, bekam Karin Jansen (TK Hannover) zu spüren. Im letzten Jahr noch Vizeweltmeisterin im Degen (60+), kam sie in diesem Jahr über die Vorrunde nicht hinaus. Knappe Gefechtsentscheidungen ließen sie bei diesem Mal auf dem letzten Platz landen. Dafür lief es Im Florett etwas erfreulicher. Dort kam das Aus erst in der Direktausscheidung gegen Titelverteidigerin Ute Wessel aus Bonn. In der Endabrechnung blieb ein guter 6. Platz. Im Säbel erreichte Jansen den 13. Platz.

Bärbel Gorius (VfL Wolfsburg) startete gut im Florett (70+). Im Viertelfinale musste sie sich der späteren Vizeweltmeisterin geschlagen geben und mit Platz fünf begnügen. Im Degen schied sie im Viertelfinale aus und belegte Platz 6. Der Emder Hans Visser startete ebenfalls doppelt, wobei die Teilnehmerfelder in der Altersklasse 70+ sehr groß waren. Erst in den Viertelfinalkämpfen verlor er deutlich mit 10:5 und 10:6. Im Florett wurde er 5. von 35 Teilnehmern und im Säbel 10. von 30 Teilnehmern. Heidrun West (Frisia Wilhelmshaven) nahm Ihre Chance im Säbel (60+) wahr, konnte sich aber nicht für die Direktausscheidung qualifizieren. Einen nicht so guten Tag erwischte auch Berthold Schaum (Deutscher Fechtklub Hannover), der im Herrenflorett (60+) knapp die Direktausscheidung verpasste.

Drei Medaillen im Team

Nach einem Testlauf im letzten Jahr und auf der Suche nach einem praktizierbaren Modus fanden dieses Jahr die ersten offiziellen Mannschaftsmeisterschaften einer Senioren-WM statt. Anders als bei der EM, wo die fechtende Mannschaft ein Mindestalter aus den drei Altersklassen auf die Bahn bringen muss, ficht bei der WM jeweils ein Fechter gegen den jeweils anderen seiner Altersklasse in zwei Durchgängen. Statt der einzelnen Gefechtssiege wird die Stafette gewertet.

Tag 3: Goldmedaille im Damendegen mit Karin Jansen vor Frankreich und Finnland. In der Setzrunde gab es einen 30:14-Sieg gegen Japan und eine knappe 27:30-Niederlage gegen Finnland. In der Direktausscheidung folgten Siege gegen Großbritannien (30:29), Finnland (20:16) und Frankreich (24:22). Damit war der Titel perfekt.

Tag 5: Goldmedaille im Damenflorett mit Bärbel Gorius vor Finnland und Großbritannien. Hier fanden besonders spannende Gefechte statt, bei denen auch Bärbel Gorius mit starken Leistungen zum Erfolg beitrug. Nach Siegen gegen Großbritannien (24:21), Finnland (24:19) und Frankreich (30:14), wechselten die Amerikanerinnen bei Rückstand zum Schluss noch schnell eine Säbelfechterin ein, die den Sieg für das US-Team um einen Treffer herausholte. Bis zum Ende wurde gezittert, ob das Trefferverhältnis reichen würde. Es hat gereicht.

Tag 6: Silbermedaille im Damensäbel mit Karin Jansen hinter den USA und Großbritannien. Die Amerikanerinnen gewannen alle Kämpfe klar, konnten sie sich doch hier auf drei Einzelweltmeisterinnen verlassen. Die Deutschen verloren gegen die USA mit 21:30 und gewannen 30:18 gegen Großbritannien, 30:12 gegen Frankreich und 30:17 gegen Japan. Eine klare Angelegenheit.

Karin Jansen

Die Fecht-AG stößt zu

AG-Trainer Mehmet Bilinir erklärt worauf es beim Ausfall ankommt (Foto: AG)
AG-Trainer Mehmet Bilinir erklärt worauf es beim Ausfall ankommt (Foto: AG)
Unter Anleitung von Dr. Carsten Wollin üben die AG-Fechter den richtigen Stoß (Foto: AG)
Unter Anleitung von Dr. Carsten Wollin üben die AG-Fechter den richtigen Stoß (Foto: AG)

Einer für alle, alle für einen. In Neu Wulmstorf (bei Buchholz) arbeiten Realschule und Gymnasium eng zusammen, um den Nachwuchs vor Ort für das Fechten zu begeistern und den weißen Sport so zu fördern. Ein Projekt, dass auch für andere Städte in Niedersachsen zum Vorbild werden kann.

Seit Beginn des Schuljahrs 2013/2014 ist am Gymnasium Neu Wulmstorf eine neue Arbeitsgemeinschaft aus der Taufe gehoben worden: Die Fecht-AG. Das Besondere: Sie wird in Kooperation mit der benachbarten Realschule durchgeführt. Woche für Woche kommen 25 Kids in die Sporthalle, um Fechten zu lernen. Eine Zahl, die die Erwartungen von Dr. Carsten Wollin und Mehmet Bilinir weiter übertroffen hat. Das Duo leitet die schulübergreifende Kooperation und freut sich über die große Resonanz.

Im 1. Halbjahr stehen die grundlegenden Bewegungen der Beinarbeit und Waffenführung im Fokus. Die SchülerInnen lernen die richtige Fechtstellungen, üben Schritte, Ausfälle und den korrekten Stoß. Im 2. Halbjahr geht es dann ans Eingemachte: In Form von Freigefechten stellen die neuen FechterInnen ihr Können erstmals unter Beweis.

Schüler unterrichten Schüler

Unterstützt werden die neuen FechterInnen von sechs älteren Schülern, die gleichzeitig als erfahrene Fechter schon ihre Fechtprüfung im Verein Blau-Weiss Buchholz abgelegt haben und nach bestandener Prüfung als Kampfrichter und Übungsleiter die AG tatkräftig unterstützen. Damit ist eine solide Grundlage für die Fecht-AG geschaffen, da Sie Abläufe demonstrieren, die Anfänger bei den Stoßübungen unterstützen und so ihr Wissen und ihre Erfahrung an die „Rookies“ weitergeben.

Erste Wettkampferfolge für AG-Fechter

Sogar Wettkampferfolge kann die Fecht-AG schon verzeichnen, da einige Fechter bereits die Chance hatten, an Sonderlehrgängen mit der vierfachen Europa- und dreifachen Weltmeisterin im Damensäbel Friederike Janshen teilzunehmen. Das Ergebnis dieser Arbeit und des Engagements der Schüler spiegelt sich in den Resultaten wieder: Auf einem Freundschaftsturnier in Göttingen haben die AG-Fechter Tobias und Felix im Herrendegen (A-Jugend) den 1. und 2. Platz erfochten.

Alles in Allem ist die Fecht-AG ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zweier Schulformen. Für beide Schulen ist das ein wichtiges Qualitätsmerkmal und den Schülern wird ein Angebot ermöglicht, das in der näheren Schullandschaft einmalig ist. Darum heißt es weiterhin am Gymnasium und der Realschule: Übung macht den Meister.

Jürgen Stage

TKH holt Gold und Bronze bei Senioren-DM

So sehen Sieger aus: Die TKH-Ladies holen sich den DM-Titel im Degen und Bronze im Florett
Starker 5. Platz: Die Degen-Herren des TKH sind zufrieden

Seit 2001 nehmen die Fechterinnen und Fechter des TK Hannover an den Deutschen Senioren-Mannschaftsmeisterschaften teil, die dieses Jahr zum 20. Mal in Dresden ausgetragen wurden. Mit zwei Medaillen in Gold und Bronze war der TKH der erfolgreichste Verein der Meisterschaft.

Mit den Fechterinnen Karin Jansen, Conny Muhl, Kirstin Meyer und Angela Öztanil traten die TKH-Damen zunächst gegen den ETV Hamburg an und mussten eine 6:3-Niederlage einstecken. Es folgten Siege in den Duellen gegen Zülpich, Rotation Berlin und Darmstadt. Im Halbfinale wurden die vorjährigen Meisterinnen aus Ditzingen mit 5:3 geschlagen. Im Finale standen sich dann erneut die Fechterinnen des TKH und des ETV gegenüber. In der Neuauflage des Vorrundengefechts fochten die TKH-Damen konsequent durch und siegten deutlich mit 5:2. Damit sicherten sich die Damen einen DM-Titel mit dem sie im Vorfeld eigentlich nicht gerechnet haben.

Nach dem Motto „never change a winning team“ ging die Erfolgs-Equipe auch im Florett an den Start. Hier traten die sechs gemeldeten Mannschaften jeweils gegeneinander an. Auch wenn die Gefechte häufig sehr knapp ausgingen, kamen am Ende zwei deutliche Mannschaftsniederlagen gegen den Abonnementsieger OFC Bonn und Rotation Berlin heraus. Mit Siegen gegen Dörnigheim, Gastgeber Dresden und den ETV erkämpften sich die TKH-Fechterinnen hinter Bonn und Berlin einen starken dritten Platz.

Eine sehr gute Leistung erbrachten auch die Degenherren des TKH, die ihren 5. Platz vom Vorjahr verteidigen konnten. An Christian Bahlke, Frank Gerber und Fritz Ketzer hatte sich die Konkurrenz von 16 Mannschaften im K.o.-System die Zähne auszubeißen.  

Karin Jansen

Frisia-Fechter auf den Spuren von Peter Joppich

Die Fechter des WSC-Frisia in der Sporthalle des OFC Bonn

Sechs Fechterinnen und ein Fechter aus der Fechtabteilung des WSC Frisia Wilhelmshaven trainierten im Rahmen eines Lehrgangs drei Tage lang im Fechtzentrum Bonn mit. Caroline von Finckenstein, Paula de la Roche, Hannah Müller, Sophie Leinert, Jule Malz, Katharina Droste und Janek Hertel lernten die Abläufe des Bundesleistungszentrums kennen und besichtigten das Fechtinternat. An gleicher Stelle begann auch die Karriere des vierfachen Florettweltmeisters Peter Joppich.

Der Deutscher Fechter-Bund nutzte den Lehrgang gleichzeitig als Sichtungsmaßnahme für junge Talente. „Der Internatsleiter und der Bundestrainer lobten die Frisia-Fechter in höchsten Tönen“, so Trainerin Heidrun West. Bei den Deutschen B-Jugend Meisterschaften in Moers wollen die Fechterinnen Caroline von Finckenstein, Paula de la Roche, Hannah Müller und Jule Malz zeigen, was sie in Bonn gelernt haben. Die vier Mädchen aus Wilhelmshaven vertreten im Teamwettbewerb am 25. Mai nicht nur ihren Verein, sondern auch das Land Niedersachsen.

Heidrun West

Schüler haben neue Landesmeister

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Vereinsjubiläum hat der MTV Soltau die diesjährigen Florett-Landesmeisterschaften für Schüler und B-Jugend ausgerichtet. Fast alle Vereine des Niedersächsischen Fechtverbandes waren unter den über 100 Fechterinnen und Fechtern vertreten.

Bei den Jungs in der B-Jugend war der FK Hannover nicht zu schlagen. Der Titel im Jahrgang 2000 ging an David Quappill, Teamkollege Jochen Nienhoff siegte in der Altersklasse 2001. Bei den Mädchen gab es etwas mehr Abwechslung. Vanessa Will (MTV Soltau) siegte im Jahrgang 2000, Jule Malz (WSC Frisia) im Jahrgang 2001.

So richtig spannend machten es die Schülerinnen (2002). Nach der letzten Runde hatten drei Fechterinnen die gleiche Anzahl an Siegen. Nach dem Stichkampf ging der Landesmeistertitel an Gesa Dünkel (FC Soltau). Leona Verbrüggen (ASC Göttingen) und Uta Terlutter (SV Munster) mussten sich geschlagen geben. Bei den Schülern triumphierte Valentin Rafalzyk (FC Soltau) vor Lokalmatador Nick-Malte Lenschow (MTV Soltau). Im Jahrgang 2003 siegten Juliane Oppenländer (Eintracht Hildesheim) und Hamza Ozoguz (GW Delmenhorst). Die Jüngsten (2004) hatten eine Menge zu tun. Jennifer Voskuhl (SV Munster) und Ben Schrödter (FK Hannover) wurden neue Landesmeister. Der FK Hannover siegte bei den Mannschaftswettkämpfen der Herren klar mit 45:19 gegen die Startgemeinschaft Eintracht Hildesheim/FC Soltau. Die Gefechte um den 3. Platz konnte der MTV Soltau gegen den WSC Frisia für sich entscheiden. Bei den Damen wurde der WSC Frisia konkurrenzlos Landesmeister.

Kai-Uwe Hickl

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