Fechtverband Niedersachsen

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Da ist das Ding: Noë Walter ist Deutscher Meister!

Bejubelt seinen DM-Titel wie ein Weltmeister: Noë Walter (Foto: Privat)
Bejubelt seinen DM-Titel wie ein Weltmeister: Noë Walter (Foto: Privat)

Noë Walter vom Osnabrücker Sportclub lässt seiner Konkurrenz in Ulm keine Chance und wird verdient Deutscher A-Jugend Meister im Herrendegen. Der 16-jährige sicherte sich damit den ersten DM-Titel seiner noch jungen Karriere.

„Ich war mir ziemlich sicher, dass ich gewinnen würde“, so ein selbstbewusster Noë Walter. Der Osnabrücker hat sich akribisch auf die Deutsche Meisterschaft in Ulm vorbereitet – und das bekamen seine Gegner von Anfang an zu spüren. In der ersten Runde der Direktausscheidung demontierte Walter zunächst Philipp Schäfer (OFC Bonn) mit 15:2. Es folgten zwei souveräne 15:7-Siege gegen André Hoch (FC Tauberbischofsheim) und Fabian Patrick Heuer (TSF Ditzingen), ehe der Teenager erstmals seine Nervenstärke unter Beweis stellen musste. Hauchdünn siegte er mit 15:14 gegen Emilio Salimo (Dresdener FC) und war damit erneut eine Runde weiter. „Noë ist in der Lage seine Taktik innerhalb der Gefechte eigenständig umzustellen und die notwendigen Veränderungen technisch umzusetzen“, freut sich Trainer Andreas Ewertowski, der per Telefon über den Erfolg seines Schützlings benachrichtigt wurde.

Nach deutlichen Erfolgen gegen Rico Braun (FC Tauberbischofsheim/15:8) und Raphael Paltz (ATSV Saarbrücken/15:5) setzte sich Walter in souveräner Manier mit 15:11 und 15:13 gegen seine Nationalmannschaftskollegen Marco Brinkmann (Bayer 04 Leverkusen) und Lukas Knechtl (OFC Bonn) durch. Ohne eine einzige Niederlage sicherte er sich damit verdient den Titel.

„Coole Sache!“, jubelt der 16-Jährige und richtet den Blick bereits nach vorn. „Jetzt will ich gut in die Junioren reinfinden und so früh wie möglich wieder die EM- und WM-Teilnahme.“

Die weiteren Platzierungen der niedersächsischen Fechter: Noës Teamkollege Manuel Twent vom OSC landete auf Rang 94. Die beiden Braunschweiger Marlon George und Robert Höftmann kamen auf die Plätze 86. und 84. Lauerent Jockel vom TSV Bucholz wurde 60.

Vassili Golod

DM-Silber für Lennart Reitz

Erfolgsduo: Lennart Reitz und Trainer Dr. Boris Touretski
Erfolgsduo: Lennart Reitz und Trainer Dr. Boris Touretski

Bei den Deutschen B-Jugend Meisterschaften im Herrendegen sicherte sich Lennart Reitz vom FK Hannover den Vize-Titel. Im Finale unterlag der junge Niedersachse nur denkbar knapp mit 8:10 gegen Carl-Noah Fröschl vom Heidenheimer SB.

Eigentlich ist Lennart Reitz Florettfechter. Uneigentlich holte er sich am 10. März bei den Degen-Landesmeisterschaften in Osnabrück den Titel und qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften in Reutlingen. Eine Woche vor dem Turnier gab es dann zur Abwechslung auch mal eine Degen-Lektion von seinem Trainer Dr. Boris Touretski. "Es ist unglaublich mit welcher Sicherheit Lennart die Hand-Treffer beherrscht. Andere brauchen dafür jahrelanges Training", so der Coach. 

In Reutlingen lief für den 14-Jährigen von Anfang an alles nach Plan: Mit fünf Siegen aus fünf Gefechten qualifizierte sich der Schüler souverän für die Zwischenrunde. Hier kassierte er zwei Niederlagen, die ihn jedoch nicht daran hinderten sein erstes K.o.-Gefecht mit 10:2 für sich zu entscheiden. Überrascht wurde Reitz dagegen von der 7:10-Niederlage im nächsten Gefecht. "Nach dem deutlichen Sieg habe ich mich wohl ein bisschen zu sehr entspannt", analysiert der Hannoveraner seine eigene Leistung kritisch. Doch auch mit diesem Rückschlag wusste das junge Talent gekonnt umzugehen und kämpfte sich mit einem knappen 10:9-Sieg zurück ins Feld. Anschließend gab sich Lennart Reitz keine Blöße mehr und arbeitete sich mit vier souveränen Siegen bis ins Finalgefecht vor. In einem spannenden Duell gegen den Heidenheimer Fröschl zog Reitz mit 8:10 den Kürzeren. "Ich wollte besser sein als im letzten Jahr - das ist mir gelungen", freut sich der Niedersachse, der bei der letzten DM auf Platz 9 landete. "Ein bisschen ärgert es mich aber schon, dass es nicht zum Sieg gereicht hat." Trainer Dr. Boris Touretski ist dagegen überaus zufrieden mit dem Ergebnis seines Schützlings. "Lennart hat gut gekämpft und sich auch taktisch sicher behaupten können. Seine Einstellung gefällt mir - die Richtung stimmt."

Die weiteren Platzierungen der niedersächsischen Degenfechter: Bei den älteren B-Jugendlichen erreichte Bjarne Gross vom Osnabrücker SC in der Endabrechnung Platz 40, Simon Gronemann vom FC Oldenburg landete auf Rang 51 und Dennis Haubt vom SV Munster kam auf den 54. Platz.

Bei den jüngeren B-Jugendlichen wurde Vincent Piefke vom OSC 15., Felix Berger aus Munster kam auf den 42. Platz, zwei Plätze vor Bruder Moritz. Tim Wosnitza aus Osnabrück komplettiert das Gesamtergebnis als 47.

Vassili Golod

TKH-Seniorinnen mit Degen und Florett erfolgreich bei DM

Als einzige Niedersachsen gingen die Fechterinnen und Fechter vom TK Hannover bei den Senioren-Mannschaftsmeisterschaften am 27. und 28. April in Dresden an den Start. Die Damen holten dabei mit dem Degen den Vize-Titel und sicherten sich im Florettwettkampf die Bronzemedaille.

Angelika Bergmeier, Karin Jansen, Angela Öztanil und Kristina Wolff präsentierten sich in einer starken Verfassung und arbeiteten sich souverän von der Vorrunde bis ins Finale vor. Nur der TSF Ditzingen war an diesem Tag besser in Form und schnappte der Hannoveranerinnen den Titel vor der Nase weg. Im kommenden Jahr wollen die Degen-Damen aber auf jeden Fall wieder angreifen.

„Leinewasser, Leinewasser – HoiHoiHoi!“ – so lautete das Motto der erfolgreichen Damenflorett-Mannschaft mit Karin Jansen, Kirstin Meyer, Angela Öztanil und Kristina Wolff. Nach dem ersten „Material-Gefecht“ um Kabel, geliehene E-Westen und „abgelaufene“ Hosen sowie dem Update auf das aktuelle Regelwerk des DFB nach 15 Jahren Fecht-Abstinenz konnte es nach anfänglichen Startschwierigkeiten und roten Köpfen in die Offensive gehen. Dann waren die TKH-Damen nicht mehr zu stoppen, lieferten packende Gefechte und gewannen verdient Bronze.

Viel Spaß auf der Planche hatten auch die Männer. Das sich altersmäßig stark von den anderen Teilnehmern der Senioren-Mannschaftsmeisterschaft abgrenzende Team mit Fritz Ketzer (AK 80+), Christian Bahlke (AK 40+) und Frank Gerber (AK 50+) erkämpfte sich einen achtbaren fünften Platz. Fritz Ketzer machte es noch einmal im neunten Teamkampf bei einem Stand nach Gefechten von 4:4 und einem Punktestand von 4:4 richtig spannend. Er holte den so wichtigen fünften Treffer und sicherte damit seinem Team den Platzierungskampf um Platz 5 und 6. In einem Nervenkrimi bezwangen die TKH-Senioren am Ende Darmstadt und erfochten den fünften Platz.

Mareike Sonnenschein

Jansen und West punkten in Bayern

Zeigten sich in München überaus einsatzfreudig: Karin Jansen (links) und Heidrun West gingen in allen drei Waffen an den Start (Foto: Privat).
Zeigten sich in München überaus einsatzfreudig: Karin Jansen (links) und Heidrun West gingen bei den Bayerischen Seniorenmeisterschaften in allen drei Waffen an den Start (Foto: Privat).

Bei den Bayerischen Seniorenmeisterschaften waren in diesem Jahr auch Niedersachsen mit am Start. Mit Erfolg: Gleich sieben Mal Edelmetall sicherten sich die heimischen Sportlerinnen und Sportler bei ihrem Abstecher nach München und verdienten sich damit wertvolle Punkte für die WM-Quali.

Erfolgreichste Fechterin aus niedersächsischer Sicht war Karin Jansen vom TK Hannover. Sie ging in allen drei Waffen an den Start, sicherte sich Gold im Säbel (60+), Silber im Degen (60+) und Bronze im Florett (60+). Ebenso einsatzfreudig zeigte sich auch Heidrun West von Frisia Wilhelmshaven. Sie holte mit Degen und Säbel Bronze, im Florett landete West auf Rang 6.

Bärbel Gorius vom VfL Wolfsburg erreichte im Damenflorett Platz zwei (70+) und im Damendegen Platz 5. Berthold Schaum vom DF Hannover erkämpfte sich im Herrenflorett (60+) den dritten Rang. Dr. Volkhard Herbst von Eintracht Hildesheim musste bei diesem Wettkampf ohne Edelmetall die Heimreise antreten. Er wurde fünfter im Säbel (60+) und 11. im Degen (60+).

Karin Jansen

Noë Walter bester Deutscher bei Kadetten-WM

Konzentrieren sich jetzt auf die kommenden Aufgaben: Trainer Andreas Ewertowski mit Schützling Noë Walter (Foto: Privat)
Konzentrieren sich jetzt auf die anstehenden Aufgaben: Trainer Andreas Ewertowski mit Schützling Noë Walter (Foto: Privat)

Degenspezialist Noë Walter erreicht bei der Kadetten-WM in Porec (Kroatien) als bester Deutscher die Runde der letzten 32. 

Nachdem Noë Walter bei der EM in Budapest im Einzel "nur" auf dem 53. Rang landete, war die Enttäuschung groß. Der ehrgeizige Osnabrücker hatte sich viel vorgenommen, wollte die Finalrunde erreichen. Coach Andreas Ewertowski sah die Schwächen seines Schützlings vor allem in der mentalen Einstellung. "Er war nicht kreativ genug, wirkte wie gelähmt und nicht beweglich", so die Diagnose des Trainers. Im Team präsentierte sich der 16-Jährige deutlich verbessert und belegte mit der deutschen Mannschaft in der Endabrechnung einen starken 7. Platz. 

Dieser Aufwärtstrend setzte sich bei der WM in Porec fort. Hier meldete sich Walter auch im Einzel wieder eindrucksvoll zurück. Souverän marschierte er durch das Turnier mit den besten Fechtern der Welt. In der Runde der Top 32 traf er auf den starken Jake Raynis aus den USA. Auch wenn sich der 16-Jährige dem späteren Bronze-Träger mit 8:15 geschlagen geben musste, bleibt am Ende ein ordentlicher 21. Platz. Für die Teamkollegen des jungen Osnabrückers war bereits in der Runde der letzten 64 Feierabend. 

Weltmeister bei den Kadetten im Herrendegen wurde der Amerikaner Ariel Simmons.

Vassili Golod

Isengard Franke – Ein Leben für den Sport

In der Sporthalle fühlt sich Isengard Franke auch mit 85 Jahren noch pudelwohl (Foto: Nils Propfen).
In der Sporthalle fühlt sich Isengard Franke auch mit 85 Jahren noch pudelwohl (Foto: Nils Propfen).

Isengard Franke ist in der Fechterszene eine feste Institution. Seit Jahrzehnten leitet sie die Fechtabteilung beim Turn-Club Hameln und bildet in der Rattenfängerstadt junge Fechterinnen und Fechter aus. Am 23. März feierte die „Grande Dame“ des Fechtsports ihren 85. Geburtstag.

Isengard Franke liebt das Fechten. Seit fast 60 Jahren leitet sie die Geschicke beim TC Hameln. Sieben Deutsche Meister hat sie in dieser Zeit hervorgebracht. Sie selbst holte 2001 Bronze bei den Europameisterschaften der Senioren – Frankes größter Erfolg auf internationaler Bühne. Die größte Freude bereitet „Frau Franke“, wie sie seit Generationen liebevoll von ihren Schützlingen gerufen wird, das Training mit dem Nachwuchs. Die „Grande Dame“ des Fechtsports verfolgt dabei eine klare Philosophie: „Vor allen Dingen Ruhe bewahren – in jeder Beziehung. Die Stellung korrigieren, die Bewegungen korrigieren, aber in der Hauptsache Ruhe bewahren und auf jeden Einzelnen von den Kindern eingehen.“

Und genau dafür lieben die TC-Fechter „ihre“ Frau Franke. Luis Kirschning ist 15, hat aber schon als kleiner Junge mit dem Fechten angefangen. Seine Trainerin ist für den Schüler ein großes Vorbild. „Sie ist immer freundlich und offen. Sie hat eine gewisse Persönlichkeit, kann mit jedem umgehen. Das ist schon irgendwie was besonderes.“ „Was besonderes“ ist Isengard Franke auch aus Sicht der Eltern. „Frau Franke ist einfach ein Urgestein“, findet Volker Friedrichs. „Ein Urgestein im Fechtsport und natürlich auch für den TC Hameln. Die Fechtabteilung ist ohne Frau Franke eigentlich nicht vorstellbar.“

Jeden Montag und Donnerstag ist Isengard Franke in der Fechthalle. Seit Jahrzehnten. Sie ist die erste die kommt und die letzte die geht. Und das soll nach Meinung aller Beteiligten auch gut und gerne noch viele Jahrzehnte so weitergehen.

Der Vorstand des Niedersächsischen Fechtverbandes gratuliert Isengard Franke von ganzem Herzen zum 85. Geburtstag. Für die weiteren Lebensjahre wünschen wir ihr jede Menge Gesundheit und weiterhin ganz viel Freude am Sport. Mag Isengard Franke den Sportbetrieb in unserem Verband auch in Zukunft mit ihrem unermüdlichen Engagement bereichern. Happy Birthday!

Der Vorstand (Text: Vassili Golod)


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