Fechtverband Niedersachsen

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05.11.2019

Zweimal Silber im Team für Karin Jansen

Dieses Jahr ging es zur Veteranen WM nach Kairo. Schon im Vorfeld war es spannend, wer denn überhaupt zu diesem Austragungsort kommt. Bis zum Meldeschluß waren, aus unterschiedlichsten Gründen, weltweit viele Nominierte wankelmütig: Je etwa ein Drittel war dafür, dagegen oder wollte die politische Lage abwarten. Schließlich wurde eine dezimierte deutsche Mannsnchaft mit 62 (statt 72) Nominierungen und einigen Begleitern aufgestellt.
Der sportliche Erfolg war für das deutsche Team im Gesamtklassement dennoch gut: quantitativ nach Anzahl der Medaillen (13) Platz 3, qualitativ Platz 7 mit  5 x Bronze, 7 x Silber und 1 x Gold. Weltmeister im Degen 50+ wurde Georg-Schmidt Thomée (Heidelberg), der einigen sicherlich noch aus seiner Studienzeit in Hannover bekannt ist.
Aus Niedersachsen waren dieses Jahr, nach einigen Absagen, nur drei Teilnehmer dabei.

Hans Visser vom Emder TV war mit 84 Jahren der zweitälteste Teilnehmer. In der Vorrunde Hfl 70+ erfocht er zwei Siege und drei Niederlagen. Gegen Creng Ing (CZE) siegte er gut mit 10:3, verlor dann knapp gegen Kawaguchi (JPN) mit 8:10. Das bedeutete Platz 26 (39 Tn).
Bertold Schaum vom FK Hannover startete im HFL 60+ mit vier Siegen und zwei Niederlagen. Bereits im 32er-KO verlor er gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Troiano (GBR) mit 1:10 und belegte somit nur Platz 20 (41 Tn).
Die Herrenflorettmannschaft mit Bertold Schaum gewann in der Vorrunde gegen die USA 30:28 und Ägypten 30:7. Der nächste Durchgang wurde gegen Rußland mit 24:30 verloren. Damit blieb Platz 5 (8 Tn).

Team Herrenflorett Peters, Schaum, Visser; Foto EFF

Karin Jansen (TK Hannover) war in allen drei Waffen im Einzel und in der Mannschaft dabei. Im Säbel (60+) startete sie mit vier Siegen und zwei Niederlagen aus der Vorrunde und gewann das erste KO-Gefecht gegen Robinson (GBR) 10:3. Im 16er-KO verlor sie gegen ihre Rivalin Ann Cerboni (FRA) 4:10 und landete damit auf Platz 11 (27 Tn) in der Gesamtwertung.

Das war es im Säbel; Foto EFF

Im Mannschaftswettbewerb traten sieben Nationen an. Das deutsche Team mit Karin Jansen besiegte in der Vorrunde Australien 24:30 und die USA 26:30. Nach einem Freilos wurde  Australien im Halbfinale nochmals, jetzt mit 19:30 geschlagen. Im Finale gegen Großbritanien unterlagen die Damen 30:15 und erlangten die Silbermedaille.

Silbermedallie Damensäbel: Hamann, Janshen, Reimers Budde, Jansen, Greunke Foto: Lüders

Im Florett startete Jansen mit drei Siegen und drei Niederlagen 4:5. Das erste KO-Gefecht gegen Born (CAN) gewann sie deutlich mit 10: 1, das zweite verlor sie ebenso deutlich mit 2:10 gegen Ballard (AUS). Damit landete sie auf Platz 14 (33 Tn) der Gesamtwertung.
Das Florettteam begann mit einer Niederlage gegen Frankreich 25:30 und einem dramatischen Kampf gegen Italien. Vor der letzten Gefechtsübergabe stand es 9:24 !! gegen die Deutsche Mannschaft. Die Schlußfechterin Silke Weltzien (München) setzte dann sensationelle 21 Treffer bei 5 Gegentreffern und hat den Mannschaftskampf 30:29  gewonnen! Wahnsinn! Der nächste Gegner hieß Rußland, das den Titel gegen Großbritanien gewinnen konnte. Der Kampf wurde 17:30 verloren und es blieb bei einem 7. Platz (9 Tn).

Im Degen erfocht Jansen zunächst drei Siege und zwei Niederlagen. Das erste KO-Gefecht lief gegen Telles (USA) mit 10:3 gut. Dann allerdings stieß sie bereits auf die Dauerweltmeisterin Kocab (USA) und verlor 4:10. Für Jansen bedeutete es Platz 12 (36 Tn). Einen besseren Lauf hatte dagegen Dagmar Fischer (München) erwischt. Sie mußte erst im Finale gegen Kocab fechten und wurde Vizeweltmeisterin.
Im Mannschaftswettbewerb (9 TN) stiegen die Degendamen mit Niederlagen gegen Australien 21:30 und Finnland 24.30 ein. Danach konnten sie ihre Form aber erheblich steigern. Es folgten Siege gegen Japan 30:17 und Schweden mit 30:22. Damit war das Finale gegen Italien erreicht. Leider ging das Gefecht 17:30 gegen Deutschland aus. Nach der schwachen Vorrunde konnte sich das Team aber über eine Silbermedaille freuen.
Tausende von Fotos der WM können auf der Homepage der Egyptian Fencing Federation und der FIE eingesehen werden.

 

Silke Weltzien nach ihrer Aufholjagd; Foto: Aghajan
Florettdamen: Greunke, Zoppke Weltzien, Kuchalski, Schiffmann, Jansen; Foto: Aghajan
Foto: EFF
Silbermedaille Damendegen: Jansen, Greunke, Schiffmann, Fischer, Hohlbein, Alles; Foto: EFF

Impressionen aus Kairo

Temperaturen eisheiß: die Hallen zum Frieren auf 17° runterklimatisiert, draußen 30°+ . Wir haben das erste Mal unsere Kapuzen gelobt!
Kairo International Stadium: Eine Olympische Sportanlage, die nie eine Olympiade gesehen hat.
Die Turnierorganisation allgemein gut, mit sehr vielen Volonteers, aber irgendwie morgenländisch.
Land und Leute: Sehr freundlich. Morgenländischer Handel (Taxis!). Große Gegensätze. Staub - Müll - Plaste in den Straßen und an den Pyramiden, wie an unseren Stränden. Leere, spekulative Bauruinen. Wahnsinniger Verkehr: Eselgespanne und kein Auto ohne Schrammen. Interessante Landeskunde: Mit sehr guter Reiseführerin zwei Tage kompremiert Stadt und Land besichtigt, dazu Basar, Derwisch- und Bauchtanz, Segelboot auf dem Nil usw.
Als Touristen haben wir uns in Kairo, unter Berücksichtigung der Landessitte, relativ frei bewegt, sind entweder mit der Taxe, manche mit der U-Bahn oder mit einer Reiseführung herumgefahren.
Durch vor Ort lebende Personen haben wir aber auch von der Problematik der regierungskritischen Proteste erfahren. Der symbolträchtige Tahir-Platz, an dem das ägyptische Museum liegt, bot, wie auch bei uns nach Demos, "gepanzerte" Polizeipräsenz. Ebenso wurde die Halle am Tag des Besuches der Ministerin besonders gesichert. Gleich nach unserer Rückkehr veröffentlichte die deutsche Presse, daß im vergangenen Monat 4300 Menschen in Ägypten festgenommen wurden.

Foto: privat
Foto: privat
Foto: privat

Karin Jansen

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